Die Bundestagswahl 2025 ist entschieden – doch für den Nürnberger CSU-Direktkandidaten Sebastian Brehm hat der Wahlsieg im Wahlkreis Nürnberg-Nord nicht den erhofften Erfolg gebracht. Trotz 30,2 Prozent der Erststimmen zieht er nicht erneut in den Bundestag ein. Der Grund: die neue Wahlrechtsreform, die Direktmandate nicht mehr automatisch garantiert.

Der Nürnberger Landtagsabgeordnete Thomas Pirner zeigt sich empört über diese Entwicklung: „Es ist ein Skandal, dass ein direkt gewählter Abgeordneter mit dem stärksten Wählervotum seines Wahlkreises kein Bundestagsmandat erhält, während Kandidaten mit wesentlich weniger Erststimmen in das Parlament einziehen. Das ist ein klarer Widerspruch zum Wählerwillen und eine demokratische Schieflage!“

Wahlrechtsreform verhindert Bundestagsmandat trotz Wahlsieg

Mit der Wahlrechtsreform wurde das Prinzip der garantierten Direktmandate abgeschafft. Künftig müssen gewonnene Wahlkreismandate durch das Zweitstimmenergebnis der jeweiligen Partei gedeckt sein. Da die CSU in Bayern 37,2 Prozent der Zweitstimmen erzielte, stehen ihr insgesamt nur 44 Mandate zu – zu wenig, um alle direkt gewählten Abgeordneten in den Bundestag zu entsenden. Die Folge: Kandidaten mit den vergleichsweise schwächsten Erststimmenergebnissen verlieren ihr Mandat, selbst wenn sie ihren Wahlkreis gewonnen haben.

Sebastian Brehm ist einer von 23 Wahlkreisgewinnern bundesweit und einer von drei CSU-Kandidaten in Bayern, die durch diese Reform nicht ins Parlament einziehen. Besonders betroffen sind Unionspolitiker, aber auch einige Kandidaten der SPD und AfD.

CSU bleibt stärkste Kraft in Nürnberg 

Trotz der Auswirkungen des neuen Wahlrechts bleibt die CSU in Nürnberg-Nord und -Süd die stärkste politische Kraft. Mit 29,2 Prozent der Zweitstimmen liegt sie weiterhin vor SPD und Grünen. Auch bei den Erststimmen konnte die CSU ihre Konkurrenten hinter sich lassen.

Im Wahlkreis Nürnberg-Nord erreichte Sebastian Brehm 45.420 Erststimmen (30,2 %) und verbesserte sich damit um 1,7 Prozentpunkte im Vergleich zur letzten Bundestagswahl. Seine SPD-Konkurrentin Gabriela Heinrich erhielt 26.739 Erststimmen (17,8 %), während Rebecca Lenhard (GRÜNE) mit 21,6 Prozent den zweiten Platz hinter der CSU belegte.

Die CSU kritisiert die neue Wahlrechtsreform scharf und fordert eine sofortige Überprüfung der Regelung. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass Sebastian Brehm als direkt gewählter Abgeordneter nicht in den Bundestag einzieht, während Rebecca Lenhard (GRÜNE) mit 21,6 % und Gabriela Heinrich (SPD) mit 17,8 % mit wesentlich weniger direkter Rückendeckung durch die Bürgerinnen und Bürger ein Mandat erhalten. Das muss geändert werden!“, so Pirner.

Die CSU werde sich weiterhin mit Nachdruck für eine Wahlrechtsreform einsetzen, die eine faire und transparente Repräsentation der Wählerstimmen im Bundestag sicherstellt.